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15. März 2021

Wenn Zahnbehandlungen zu Phantomschmerzen führen

Junger Mann mit rosafarbenem Pullover fasst sich an die Wange und guckt schmerzverzerrt wegen seiner Phantomschmerzen

Bei den meisten Menschen macht sich nach der Entfernung eines schmerzhaften Zahnes Erleichterung breit. Schließlich scheint die Ursache jeglichen Übels endgültig beseitigt und die Freude auf eine schmerzfreie Zeit ist groß. Umso frustrierender ist es für Patienten, wenn kurz nach der Behandlung sogenannte Phantomschmerzen auftreten. Aber wie kann es sein, dass ein nicht mehr vorhandener Zahn überhaupt Schmerzen verursacht? Und was können Betroffene tun, um die Beschwerden langfristig zu lindern?

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Wann treten Phantomschmerzen auf?

Grundsätzlich bezeichnet man Schmerzen, die von nicht mehr vorhandenen Körperteilen ausgehen als Phantomschmerzen. Besonders häufig treten diese Schmerzen infolge einer Amputation zum Beispiel von Armen oder Beinen auf. Aber auch bei der Zahnentfernung oder Zahnextraktion kann es zu Phantomschmerzen kommen.

Fachsprachlich werden Phantomschmerzen auch als atypische Odontalgie bezeichnet. Im Gegensatz zur typischen Odontalgie können Ärzte den Schmerzen nicht immer eine eindeutige Ursache zuordnen, schließlich wurde der schmerzhafte Zahn entfernt. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Diagnostik und Behandlung einer atypischen Odontalgie.

So äußern sich die Phantomschmerzen

Phantomschmerzen im Zahn treten meist leicht zeitversetzt zur Behandlung auf und können schlimmstenfalls mehrere Jahre anhalten. Besonders häufig sind Frauen zwischen 40 und 50 Jahren betroffen. Grundsätzlich treten die genannten Beschwerden bei 3-6 % der Patienten mit größeren zahnärztlichen Eingriffen auf.

Phantomschmerzen äußern sich in unterschiedlichen Ausmaßen und Formen. Gemeinsam ist allen Beschwerden, dass es keinen erkennbaren Grund für die Schmerzen gibt. In den meisten Fällen treten die Schmerzen völlig reizunabhängig auf. Patienten berichten jedoch, dass niedrige Temperaturen die Symptomatik zu verstärken scheinen.

Ursachen für „unechte“ Schmerzen im Zahn

Beim Zahn gehen die Schmerzen meist auf eine Schädigung sensibler Nerven während des Eingriffes zurück. Tatsächlich muss nicht immer die komplette Entfernung des Zahnes die Ursache für Nervenschmerzen nach einer Zahnbehandlung sein. Gelegentlich führen auch Wurzelkanalbehandlungen oder Wurzelspitzenresektionen zu den genannten Symptomen.

Lange wurde davon ausgegangen, dass Phantomschmerzen eingebildete Schmerzen sein müssen. Inzwischen weiß man, dass es sich meist um eine Über- oder Unterreaktion des beschädigten Nervs handelt. Beim Ziehen eines Zahnes wird dieser aus seinem Knochenfach entfernt. Dabei wird die Verbindung zum versorgenden Nerv getrennt, sodass es zur Schädigung des letzten Abschnitts kommt. Als Reaktion auf diese Schädigung schüttet der Nerv Wachstumsfaktoren aus, um die Neugestaltung der Nervenzelle einzuleiten. Infolgedessen kann es zu einer spontanen Reaktion des Nervs und unangenehmen Schmerzsignalen kommen.

Da Beschwerden zumeist zeitversetzt auftreten, führen Patienten Phantomschmerzen bei Zahnimplantaten oft auf deren schlechten Sitz zurück. Um die Beschwerden effektiv zu behandeln, ist deswegen eine gründliche Diagnostik wichtig. Denn in vielen Fällen liegt die Ursache eben nicht im Implantat, sondern im geschädigten Nerv.

Wie werden Phantomschmerzen diagnostiziert?

Die Diagnose von Phantomschmerzen erfolgt über den Ausschluss anderer in Frage kommender Krankheiten. Nur wenn folgende Ursachen nicht für die Schmerzen verantwortlich sein können, stellt der behandelnde Arzt die Diagnose Phantomschmerz:

  • Entzündungen des Zahnmarks oder im Wurzelspitzenbereich
  • Schmerzen des Zahnhalteapparats, des Kieferknochens oder der beteiligten Muskeln
  • Nervenerkrankungen

Egal ob die Phantomschmerzen nach Entfernung eines Weisheitszahnes oder eines anderen Zahnes auftreten, Patienten sollten ihre Beschwerden ernst nehmen und ihren Arzt aufsuchen. Experimentieren Sie nicht mit Hausmitteln gegen Phantomschmerzen herum, sondern kontaktieren Sie Ihren behandelnden Arzt.

Mit einer privaten Zahnzusatz­versicherung sind Sie auch nach einem Eingriff gut abgesichert. Um Beschwerden frühzeitig vorzubeugen, sollten Sie gerade bei größeren zahnärztlichen Eingriffen unbedingt auf eine ausreichende Betäubung bestehen. Diese kann das Risiko von Phantomzahnschmerzen effektiv vorbeugen oder signifikant reduzieren.

Die Therapie einer atypischen Odontalgie

Bisher hat sich noch kein Therapieansatz als besonders erfolgsversprechend durchgesetzt. In den meisten Fällen sorgt jedoch eine medikamentöse Behandlung für eine Besserung. Besonders bewährt hat sich die Verabreichung eines trizyklisches Antidepressivums in niedriger Dosis. Und auch die lokale Behandlung mit Capsaicin oder einem Lokalanästhetikums kann Phantomschmerzen lindern. In vielen Fällen klingen die Beschwerden mit der Zeit ab. Hilfreich hat sich zudem eine begleitende psychologische Behandlung erwiesen. Hier lernen Patienten Entspannungsmechanismen kennen, die ihnen helfen, richtig auf ihre Schmerzen zu reagieren.

Fazit: Das tun bei Phantomschmerzen nach Zahnbehandlungen

Phantomschmerzen im Zahn sollten immer medizinisch überprüft werden. Zwar sind die Ursachen noch nicht zu 100 % bekannt. In den meisten Fällen wirken sich Therapien aber lindernd aus und verschaffen den Patienten deutliche Erleichterung.

Ob Phantomschmerzen oder nicht, schützen Sie sich mit einer Zahnzusatz­versicherungen vor hohen Behandlungkosten bei Zahnarzt. Je nach Versicherer übernimmt diese einen großteil der Kosten für Zahnbehandlungen, Zahnersatz, Zahnspangen und Prophylaxe und schützt Sie so vor unerwartet hohen Kosten!

Was können wir für Sie tun?